3 Thesen: Verschläft Deutschland den elektronischen Distanzhandel Trend?

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These 1: E-commerce in amerikanisch-asiatischer Hand?

 

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Die digitale Transformation schreitet weltweit unaufhaltsam voran. In den USA, aber vor allem in Asien (China) haben sich globale E-commerce-Marken positioniert.

Amazon, eBay aber auch Google, mit seinem Google Express Same-Day Delivery Logistik / Google Shopping Ansatz sowie dem Home Products Spezialisten Nest und natürlich den Multichannel Experten Wal-Mart sind wahre Online Handelsriesen bzw. auf dem Weg dorthin.

In Asien wiederum bietet Alibaba, gerade für 25 Milliarden US-Dollar an die amerikanische Börse gegangen, kommt ein Pur-Internet-Player so langsam in Fahrt.

Selbst Non-E-commerce Brands in China, wie z.B. Tencent oder Baidu investieren derzeit mit der Dalian Wanda Group zusammen fast eine Milliarde Dollar in den elektronischen Distanzhandel.

Beide Wirtschaftsregionen unterstützen diese Branche wo sie nur können, da sie erkannt haben, welche Zukunftsperspektiven E-commerce, aber auch die disruptive, neuen Geschäftsmodelle in der sogenannten sharing economy (Teileökonomie).

Dieser wachsende Wirtschaftszweig wird fast wie der gesamte elektronische Handel in der Vergangenheit von US-Amerikanischen Firmen beherrscht. AirBnb in der privaten Zimmervermietung, das umstrittene Privatfahrten Unternehmen Uber sind nur die bekanntesten Beispiele.

 

Was tun Europa, Deutschland hingegen?

 

Wenn Sie einen Kunden unglücklich machen, sagt er es 500 und nicht wie früher nur 5 Freunden! – Jeff Bezos, Amazon Chef

 

In der Regel verbieten, verteufeln, vergraulen oder wie das traurige Beispiel des Handles Giganten Metro –zu erstmal  ignorieren.

Auch die erfolgreichen Diskounterketten haben zu lange gewartet die neuen Konsumentenpräferenzen zu verstehen und strategisch in ihren Geschäftsmodellen zu implementieren.

Ein Marketing-und Handelsgigant wie Mediamarkt-Saturn ist ein weiteres Beispiel für vertane Chancen im Internet Distanzhandel. Nur langsam und über Zukauf von z.B. Redcoon hat man mit dem Projekt E-commerce-Umsetzung begonnen – Erfolg offen.

 

These 2: Ist der M-Commerce Trend für Deutschland verloren?

 

Laut Goldmann Sachs wird der M-Commerce Umsatz weltweit über 618 Billion USD bis 2018 erreichen!

 

Eine weitere Baustelle stellt der mobile Handel als Absatzkanal dar. Auch hier sind asiatische-sowie nord-amerikanische, teilweise sogar afrikanische (Beispiel: M-Pesa Export nach Europa) Geschäftsmodelle erfolgreich gestartet worden.

Da E-und M-Commerce strategisch zusammen gehören bedeutet die zögerlich Haltung und vor allem Handlung der entsprechenden Marken, Branchen und Verbände hierzulande ein Risiko die Zukunftschancen dieser Technologie und gesellschaftlichen Entwicklung zu verpassen.

Das nur kopieren, im Stile der Samwer Brüder mit Zalando und Co., kann nicht die Lösung sein für Europa bzw. Deutschland – Land der Erfinder und hochindustrialisiert.

 

These 3: Multi-Channel Fluch oder Segen für den deutschen Einzelhandel und Handelsbranchen?

 

Der globale Online-Handel wird allein 2014 über 1,5 Billionen US-Dollar betragen! – eMarketer Research

 

Sowohl M-als auch E-commerce stellen eine Chance aber auch eine Bedrohung für den stationären Handel und dessen zugrunde liegendes Geschäftsmodell dar.

China mit seinem riesigen Potential, staatlichen Unterstützung und offene Innovationseinstellung ist wahrscheinlich die Größte Herausforderung für westliche Händler aller Branchen und Größen.

Die US-Amerikaner hingegen sind kulturell leichter zu verstehen und daher werden sie oft kopiert, doch auch diese sind im Silicon-Valley-Modell, innovationsfreundlich und internationalisieren gerne und schnell.

Beide Regionen haben auch das entsprechende Personal wie Webentwickler bzw. Online Marketing Experten sowie Start-Ups – und dennoch sind auch dort diesen Spezialisten nach gefragt. Der Wettlauf um die Besten Köpfe wird bereits unter diesen bestritten.

In Deutschland gibt es viele gute Ideen, Start-ups Unternehmer und Absolventen, die gerne die Zukunft des Handels im Multi-Channel-Mix gestalten würden.

Die Rahmenbedungen sind leider nicht die Besten – im Vergleich zu o.a. Sachverhalt. Warum? Siehe oben.

 

Fazit: Handel im Wandel und Handlungsempfehlung

Der Mehrwegkanal, gerade im no-line Segment, ist die Königsdisziplin der digitalen Revolution im Handel. Die Verzahnung von ortsunabhängiger Kundenkommunikation sowie Absatzkanäle mit dem traditionellen Filial-bzw. Stationär Geschäft ist herausfordernd.

Der stationäre Handel ist nicht am Ende wie so oft postuliert wird. Das Live Shoppingerlebnis ist eine eigene Erfolgsgeschichte, dessen Fortsetzung allerdings auf die moderne Gesellschaft, z.B. mittels Content und Storytellingmarketing, übertragen werden muss.

Der Handel ist im Wandel und jede Branche sowie Unternehmen muss sich mit seiner Zielgruppe und dessen tatsächliche Lebenswelt, Wünsche und Träume intensiver auseinandersetzen und im Lösungsbaukasten des elektronischen Handels nach technologischen Antworten suchen (Stichwort: Marketing Automation usw.) sowie einer übergeordneten Inbound Marketing Strategie, die dynamisch, nachhaltig und umsatz-orientiert moderne Kundenbedürfnisse erfolgreich nach geht.

Wenn Sie dies nicht tun, dann werden es die aggressiveren und kundenfokussierte Handelsmarken und Internetgiganten aus den USA bzw. China / Asien es zu ihren Ungunsten umsetzen.

 

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